Gegner unterschätzen
 

Entstehung des Sportgeländes am Hellberg 1978 - 1983

Nach einem halben Dutzend aufreibender Jahre an vordester Front erklärte Leonhard Pilhofer Anfang 1978 aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt als 1. Vorsitzender. Er blieb als Stellvertreter für die künftigen Verhandlungen zur Unterstützung des neuen Mannes an der Spitze, des Gründungsmitglieds und langjährigen Spielleiters Fritz Ertel.  Er kniete sich gleich in die Planung und Vorbereitung des Sportgeländbaues. Der Abschluss langfristiger Pachtverträge mit den Eigentümern der Grundstückflächen von über 3 ha östlich der Einöde Hellberg und war mit Hilfe der Gemeinde unter Dach und Fach gebracht worden.

 

Die Kommune garantierte auch die Pachtaufwendungen und schuf so die Grundlage, die Anlage ohne hohe Grundstückskaufpreise tragbar finanzieren zu können. Art und Umfang des neuen Sportgeländes wurden im Einvernehmen mit den Behörden festgelegt. Um die bestmöglich Förderung zu erhalten, verpflichtete sich die SpVgg zur Errichtung eines Freizeit- und Sportgeländes im Rahmen des Programms "Freizeit und Erholung" mit einem Rasenspielfeld, einem Bolzplatz, einem Kinderspielplatz und einem Wanderparkplatz. Damit wurde den Interessen des steigenden kurz- und langfristigen Fremdenverkehrs ebenso entsprochen wie der sportlichen Betätigung der Bevölkerung.

 

Das ausgearbeitete Konzept mit Kosten von 610.000 DM wurde in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Herbst 1978 gebilligt und die Vorstandschaft zu den weiteren Vorarbeiten ermächtigt. Neben dem staatlichen Zuschuss von 305.000 DM und einem zinsgünstigen Darlehen von 183.000 DM waren Eigenmittel und Leistungen von 122.000 DM vorgesehen. Bei aller Begeisterung über das gewaltige Zukunftsprojekt waren sich die wenigsten Mitglieder über die auf den Verein zukommenden Anforderung in vollem Umfang klar.

Neben den Vorarbeiten zum Platzbau in den Jahren 1978 und 1979 lief natürlich der normale Spielbetrieb weiter. Auf Anregung von Sportfreund Fritz Engelbreit, der sich zur Betreuung bereit erklärte, wurde für den jüngsten Fußballernachwuchs eine E-Schüler-Mannschaft ins Leben gerufen. Damit mußten auf dem einzigen Sportplatz der Spielbetrieb von sechs Mannschaften organisiert werden, einschließlich des Trainings wahrlich keine leichte Aufgabe.

 

Am Saisonende 1978 hatte die 1. Mannschaft gerade noch das rettende Ufer erreicht und die A-Klasse gehalten. Zur Auffrischung der Kassenlage versuchte man Überschüsse beim Maitanz und der Sonnenwendfeier zu erzielen., Vatertagswanderung und Saisonabschlussfeier festigten die sportliche Kameradschaft. Ein Erlebnis war auch die Fahrt nach Prag mit einem Spiel gegen die Altliga von Slavia Prag, gegen deren technisches Können man keine Chance hatte. Die Saison 1978/79 stand unter einem unglücklichen Stern. Mit Trainer Fehlner kam es zum Zerwürfnis nach einem misslungen Start, von dem sich die 1. Mannschaft trotz eines guten Endspurts nicht mehr erholte. Der Abstieg in die B-Klasse war 1979 nicht mehr zu vermeiden. Die Jugendmannschaften waren ebenfalls im Umbruch und konnten keine Bäume ausreißen.

Der erste Spatenstich auf dem neuen Sportgelände wurde im Oktober 1979 vorgenommen. Der vorgesehenen Eigenleistung durch den Maschineneinsatz des Mitglieds Josef Meier bei den Erdarbeiten wurde leider ein Riegel vorgeschoben. Da öffentliche Gelder in Aussicht gestellt worden waren, mussten alle Arbeiten offiziell ausgeschrieben und von einem Architekten überwacht werden. Der erste Bauabschnitt wurde daher gestoppt und der unkonventionelle Maschineneinsatz war nicht mehr möglich. Bis zur Angebotsabgabe und Entscheidung für die Fa. Arbogast war inzwischen der Winter gekommen und machte weitere Arbeiten unmöglich.

Im Jahr 1980 gelang der SpVgg mit Spielertrainer Harry Quenzler der sofortige Wiederaufstieg in die A-Klasse. Hervorzuheben ist dabei die unentgeltiche Trainigsleistung des erfahrenen Stammspielers, die den Baufinanzen sehr gut tat und mit kleinen Prämien die Mannschaft stark motivierte. Aufregung gab es, als der Straßenbau der B 14 Haunritz an den Sportplatz kam und durch die Verbreiterung der Straße eine unzumutbare Einengung des Spielfeldes drohte. Als Retter in der Not hatte Bürgermeister Rahm den Einfall, einen Teil der Böschung durch das Einrammen von Stützbolzen zu ersetzen und so das ursprüngliche Spielfeld zu erhalten. Die provisorische Lösung hat allerings bis jetzt Bestand und wird so bleiben, damit der Trainingsbetrieb nach wie vor ohne Einschränkung möglich ist.

Im Frühjahr und Sommer 1980 wurde die Rohplanie des neuen Sportgeländes fertiggestellt. Dabei traten unvorhergesehene Schwierigkeiten durch kompakte Felsvorkommen auf. Um auf das vorgesehene Geländeniveau zu kommen, hätte man sprengen müssen; dies hätte die Erdarbeiten stark verteuert. Als Notlösung wurde die Gländeachse einfach höher angesetzt. Aber auch dies verursachte einen gewaltigen zusätzlichen Brocken an Mehrkosten, weil die höhere Auffüllung im unteren Hangbereich eine erhebliche Massenmehrung bedeutete. Nachdem man die früheren Äcker und Wiesen im Groben umgestaltet hatte, legte man eine Verschnaufpause ein. Eine neue Berechnung ergab nun eine Investitionssumme von 650.000 DM, auf die der Förderantrag erweitert wurde. Bis zur Genehmigung und Klärung des Zeitpunkts der Mittelauszahlung wurde der Bau gestoppt. Später ergab sich dann, dass die Gemeinde die immensen Zwischenfinanzierungskosten nicht aufbringen konnte und die SpVgg abwarten musste.

 

Tortz des spielerischen Aufschwungs kriselte es in der Vorstandschaft. Seit 1979 fehlten einige Spielleiter und der Rücktritt von Schriftführer G. Reichert machte im Sommer 1980 eine funktionierende Vereinsführung fast unmöglich. Nach Vorgesprächen wurde im August eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen und in dieser die fehlenden Positionen besetzt. Die sich bereits abzeichnenden Differenzen zwischen dem neuen Trainer Pirkl und der Mannschaft führten zu einem Leistungsabfall und unnötigen Spielverlusten. Im Spätherbst kehrte mit der Verpflichtung von W. Krumpholz mehr Ruhe ein und Dank einer Kraftanstrengung wurde 1981 der Klassenerhalt geschafft.

 

In der Jahresversammlung im Frühjahr 1981 wurde Fabrikbesitzer Walter Roth für seine Unterstützung der SpVgg die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Dies war eine der letzten Amtshandlungen von Fritz Ertel, der überraschend seinen Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen erklärte

 

Mit der Bereitschaft des bisherigen Schriftführers Franz Müller zum Vorsitz im Verein begann dessen sechsjährige Amtszeit. Bei den Neuwahlen stellten sich einige neue Leute zur Verfügung, die sich der Probleme wegen des großen Bauvorhabens durchaus bewusst waren.

 

Im Frühjahr 1981 kam die Zusage des Ministeriums für die Zuschüsse und Darlehen aus dem Programm "Freizeit und Erholung". Die Auszahlung wurde erst für den Haushalt 1982 eingeplant und die SpVgg musste die weitere Baufortführung überlegen. Da die Vorfinanzierung scheiterte, blieb das umgearbeitete Gelände als Stein- und Lehmfläche liegen. Es gab aber genügend Vorarbeiten mit Umplanung und Kosteneinsparungsversuchen, die die Vorstandschaft in Atem hielten.

 

Die Bewältigung des umfangreichen Sportbetriebes und eines Pfingst-Pokalturniers mit Zelt füllten viel Freizeit aus. Neben dem Erhalt der A-Klasse war die Meisterschaft der C-Jugend ebenfalls ein herausragendes Ereignis.

In der Saison 1981/82 war der Abstieg der 1. Mannschaft nicht zu vermeiden. Mit dem Nachbarverein SV Hartmannshof bildete man Spielgemeinschaften der A- und der B-Jugend.

 

Im Frühjahr nahm die SpVgg Abschied vom plötzlich verstorbenen früheren Vorsitzenden Georg Ziegler. Mit einer größeren Beitragserhöhung wurden die Mitglieder an den Bauaufwendungen beteiligt, ohne dass es zu den befürchteten Austritten kam. Die zeitraubenden Veranstaltungen zur Verbesserung der finanziellen Lage, wie Pokalturnier und Preisschafkopf, mussten neben dem Spielbetrieb bewältigt werden.

 

Beim Bau ging es, wie schon früher, nicht ohne Probleme ab. Dem Bauleiter der Spezialfirma Eirich wuchsen bei der Drainageverlegung graue Haare, als Fels und Steine seiner teuren Maschine trotzten und man sich gemeinsam eine andere Lösung einfallen lassen musste. Zusammen mit dem Architekturbüro Röth wurden die Probleme bravourös gemeistert. Nach dem Aufbringen der Deckschicht und Ansaat sproß bald das frische Rasengrün. Eine mehrwöchige Trockenperiode verlangte von den freiwilligen Helfern sämtliche Beregnungskünste und  ständige Überwachung ab, um das Austrocknen zu verhindern.

 

Als Umweltminister Dick im September unser Ecke streifte, konnte er seinen Fuß auf einen wunderbaren Rasenteppich setzen. Das Umfeld der Plätze lag allerdings noch im Argen und hier gab es das ganze Jahr über mit vielen Arbeitseinsätzen ausreichend zu tun. Beim Humusieren der langen Böschung, der Aufschotterung der Parkplätze und Wege und der Gestaltung des Kinderspielplatzes leisteten die aktiven Spieler von der Jugend bis zur AH und viele Mitglieder und Freunde der SpVgg eine nicht mehr bezifferbare Anzahl von Stunden in Hand- und Spanndiensten. Die Vorstandschaft stand nicht zurück und der 1. Vorsitzende musste oft als Antreiber seine Freizeit auf dem langsam Gestalt annehmenden Sportgelände verbringen.

 

In der Saison 1982/83 wurde trotz der Arbeitseinsätze der Spieler ein guter Mittelplatz in der B-Klasse erzielt. Die anderen Mannschaften wickelten ihre Punkt- und Freundschaftsspiele ebenfalls zufriedenstellend ab. Höhepunkt der Spiele und Veranstaltungen war die Einweihung des fertigen Freizeit- und Sportgeländes zu Pfingsten.

Bei herrlichem Wetter gab Schirmherr Bürgermeister Hans Rahm den Anstoß frei für das erste Spiel der SpVgg gegen die Amateure des 1. FC Nürnberg. Ein zuvor abgehaltener Festabend bei Vereinswirt Lauterbach ließ die Entstehungsgeschichte und Vollendung des Jahrhundertbaus nochmals anklingen und wurde von Gästen aus Politik und Sport gewürdigt. Im Jahr 1984 blickte die SpVgg auf 20 Jahre Vereinsgeschichte zurück. Zu den Feierlichkeiten zählte neben einem großen Jubliäumsturnier mit Festzelt auf dem Parkplatz ein Ehrenabend mit viel Prominenz. Dabei wurden vom BFV Mittelfranken als sportlichem Verband die langjährigen Funktionäre Fritz Ertel, Fritz Lauterbach, Leonhard Pilhofer, Fritz Engelbreit und Georg Luber mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet.

 

Diese Ehrung hatte bereits 1977 der lange Zeit in der Vereinsführung tätige Gerd Reichert erhalten. Dank vieler Helfer wurde das Turnier, wie in den Vorjahren, ein voller Erfolg. Eine bewährte Mannschaft unter Leitung von Festwirt Hans Maul hatte den Zeltbetrieb erst möglich gemacht.

Die 1. Mannschaft spielte unter Trainer P. Karsten vorne mit. Die Fertigstellung der Außenanlagen ging langsam voran. Die Anstrengungen der Vorjahre und der Einsatz für die laufende Pflege des großen Geländes hatten die Begeisterung stark abgekühlt.