Saisonrückblick
Es war eine spannende, dramatische und - vielleicht - auch etwas glückliche Fügung, wie unsere erste Mannschaft am Ende der Saison 2025/2026 über den berühmt-berüchtigten Strich in der Kreisklasse IV endete. Aber der Reihe nach:
Nach einer verkorksten Hinrunde stand man mit lediglich vier Punkten zur Winterpause auf dem letzten Rang der Tabelle. Wahrscheinlich hätten nur die wenigsten noch einen Pfifferling auf den Klassenerhalt der Truppe um die erfahrenen Recken Jens Quenzler, Hendrik Zagel und Simon Ertel gesetzt.
Doch die Mannschaft schwor sich im Winter neu auf das einzig verbliebene Ziel - Klassenerhalt - ein und ordnete diesem alles unter. Unter der Führung des Trainer-Gespanns Florian Holfelder und Stefan Wölfl sollte das Unmögliche doch noch realisiert werden. Erstgenannter übernahm nach der Winterpause den Cheftrainer-Posten von Mario Engelhardt, welcher sein Amt im Winter niederlegte. Holfelder agierte das erste Halbjahr bereits als spielender „Co“, riss sich aber das Kreuzband. Stefan Wölfl kam im Januar vom FC Rieden und stand ab sofort als spielender Co-Trainer zur Verfügung.
Es bildete sich schnell ein eingeschworener Haufen von rund 20 Mann, welcher sich erst mit Läufen und Krafteinheiten auf die eigentliche Vorbereitung einstellte. Ein strenger Winter verzögerte bekanntlich die Rückkehr auf den Platz, so hieß es Laufen und ausweichen in die Halle (u. A. Spinning in Hersbruck).
Trotz allem fanden einige Testspiele statt, welche man ungeschlagen abschloss. Highlight wie immer? Das dreitägige Trainingslager. Dieses Jahr ging es mit einem Bus nach Dielheim-Wiesloch. In drei Tagen arbeitete man auf Kunstrasen an fußballspezfischen Schwerpunkten und stärkte am Abend das Wir-Gefühl in den Kneipen.
Der Start in die verbleibenden 10 Saisonsspiele forderte die Mannschaft dann gleich maximal: gegen den Tabellenführer und späteren Meister Laufer SV II verdiente man sich mit einem 0-0 den ersten Punkt. Es folgte bald der erste Sieg gegen den SV Offenhausen und so war man mit weiteren Punktgewinnen gegen u. A Happurg bald wieder in Schlagdistanz zu den Nicht-Abstiegsplätzen. Dazu trugen auch späte Siege gegen den FSV Schönberg sowie im Derby gegen die SG Am Lichtenstein bei. Schmerzhaft dagegen die Punktverluste jeweils in Minute 90 gegen Rückersdorf und Türk Röthenbach.
Nichtsdestotrotz ließ der Glaube im Team an das Ziel bis zum Ende nicht nach und so kam es dann zum großen Drama am letzten Spieltag:
Nachdem es zunächst so aussah, als ob man „nur“ noch den Relegationsrang unter Mithilfe des SC Happurg erreichen könnte, überschlugen sich die Ereignisse:
Zunächst wurde bekannt, dass eben jener SC Happurg zur kommenden saison eine Spielgemeinschaft mitbegründet. Damit fiel die Mannschaft ans Ende der Wertung. Zudem stand der Abstieg des SV Offenhausen schon fest. Damit war der Relegationsrang schon vor dem letzten Spieltag am heimischen Hellberg gegen den SV Alfeld schon gesichert.
Doch damit nicht genug: der Türk SK Röthenbach zahlte seine Gebühren beim BFV nicht rechtzeitig und war damit nicht spielberechtigt am letzten Spieltag. Laut Statuten zählt ein Nichtantritt „mehr“ als ein direkter Vergleich, weswegen unsere Farben bereits vor Anpfiff den Nichtabstieg festhielten. Einige Telefonate mit dem Kreisspielleiter bestätigten die bis dato nur umlaufenden Gerüchte. Wahnsinn!
So konnte die Mannschaft um Capitano Mederer - eine der tragenden Säulen der Rückrunde - seit langem wieder ohne Druck in ein Spiel gehen.
Dieses gestaltete man aber sehr erfolgreich und siegte zum Saisonende nochmals mit 2-0 gegen Alfeld/Förrenbach.
Im Anschluss freuten sich die Spieler verdient über den nicht mehr für möglich gehaltenen Erfolg und feierten spontan den Klassenerhalt erst am Hellberg und dann in der beliebten Kneipe in Hartmannshof - dem Schlauchboot um Wirt, Freund und Supporter Mario Zeug.
Das Rezept des Erfolges? Das kennt wohl nur die Mannschaft selbst. Definitiv trugen aber Fleiß, Trainingseifer, ein neues Wir-Gefühl im Team und ein großer Glaube in die eigenen Fähigkeiten und Stärken eine maßgebliche Rolle. Auch die Rückkehr von Leistungsträgern (u. A. Holfelder, die Mederer- und Helmke-Brüder) sowie kaum Ausfälle spielten dem Team in die Karten.
Seit nun rund vier Wochen genießen die Mannen die Sommerpause. Schon bald geht es aber in die Vorbereitung auf die neue Saison. Dann möchte das Größtenteils unveränderte Team mit der ein oder anderen frischen Kraft an die guten Ergebnisse der Rückrunde (isoliert betrachtet: Platz Vier) anknüpfen und wieder eine andere Rolle in der Kreisklasse spielen.