SpVgg - Hartmannshof 0 : 0
Der Spielbericht von http://www.anpfiff.info
Bereits in der 4. Minute setzte sich einer der beiden Spielertrainer des SV Hartmannshof, Martin Maul, gut in Szene. Der 34-jährige Mittelfeldspieler der Gäste, der schon bei der SpVgg Weigendorf aktiv war, spielte auf der linken offensiven Seite einen Mitspieler mustergültig an. Den anschließenden guten Flachschuss wehrte Weigendorfs Rückhalt Frank Saupe ab. In der 12. Minute wechselte der SV Hartmannshof zum ersten Mal im Spiel aus. Philipp Zagel, der für die Startelf vorgesehen war, aber es bis zum Anstoß (17.45 Uhr) aus beruflichen Gründen nicht rechtzeitig schaffte, spielte fortan für Marcus Bachmüller.
Beide Teams wirkten vor einer guten Zuschauerkulisse bei einer gewissen Derby-Stimmung sichtlich etwas nervös und nicht ganz so befreit aufspielend wie bei einem normalen Spiel. Auf dem Feld fehlten beiden Teams fast über die komplette Spielzeit hinweg die spielerische Linie, so dass sich viele umkämpfte Aktionen im Mittelfeld abspielten und gut gemeinte Ansätze im spielerischen Bereich von beiden Seiten (Simon Ertel und Mario Engelhardt bei der SpVgg, Martin Maul und Jochen Niebler beim SVH) oft nur Stückwerk blieben. Das Spiel war aber interessant anzusehen, da sich beide Teams leidenschaftlich einsetzten und der kreisligaerfahrene Schiedsrichter Thomas Ferstl (ASV Forth) jegliche eventuell aufkommende Hektik oder Härte durch seine beruhigende Art bereits im Keim erstickte. In der ersten Halbzeit kam der Referee ohne Gelbe Karten aus und beließ es oft bei strengen Ermahnungen.
Die Gäste aus Hartmannshof hatten zwischen der 15. Und 33. Minute drei gute Torchancen, trafen aber nicht. Ein 18-Meter-Schuss des auf der linken Seite präsenten Jochen Niebler ging am Tor vorbei (15.). Weigendorfs Torhüter Frank Saupe ließ in der 30. Minute bei einer Abwehrtat einen Ball fallen, doch Hartmannshofs Kapitän Christian Strobl zögerte frei stehend halbrechts im Strafraum mit dem Torschuss, so dass es nicht gefährlich wurde. Brenzlig wurde es in Minute 33, doch Saupe konnte einen Schrägschuss des auf dem gesamten Spielfeld omnipräsenten Martin Maul aus spitzem Winkel rechts im Strafraum noch parieren (33.). Weigendorf tauchte erst in der 33. Minute im gegnerischen Strafraum auf, doch Stürmer Luber kam gegen den herauslaufenden Hartmannshofer Torhüter Florian Bauer zu spät. Beim SV Hartmannshof wollte der immens lauf- und spielstarke Martin Maul (der fast überall im Spiel nach vorne zu finden war) stets für Akzente sorgen, doch seine Mitspieler gingen auf seine Ideen zu wenig ein. Spielertrainer-Partner Bernd Hauenstein, der in der Defensive den Laden zusammenhielt, lief in der 39. Minute zu einem 25-Meter-Freistoß an. Der Ball war zwar schön getreten, verfehlte aber sein Ziel um einiges und war letztendlich zu torungefährlich. Auf der Gegenseite dauerte es bis zur 40. Minute, ehe die SpVgg eine Einschussgelegenheit hatte. Nach einem Steilpass lief Simon Ertel in den Strafraum, scheiterte aber am Gäste-Keeper Florian Bauer. Auf der anderen Seite probierte es des fleißige und technisch starke Martin Maul aus 18 Metern, doch Weigendorfs Torhüter Frank Saupe wehrte den Schuss zur Ecke ab (42.). Beide Teams spielten in den ersten 45 Minuten noch etwas verhalten. Aufgrund der Torchancen hätten die stabil verteidigenden Gäste durchaus führen können, wenn nicht sogar müssen.
Beide Teams begannen die zweiten 45 Minuten in unveränderter Formation. Die Heimelf traute sich nun in der Offensive mehr zu und kam deshalb auch zu der einen oder anderen Tormöglichkeit. Nach einer Rechtsflanke von Simon Ertel, der sich nach dem Seitenwechsel steigerte, gelangte der Ball in Mittelstürmerposition im Strafraum zu Benjamin Luber. Doch der Torabschluss des besten SpVgg-Torschützen der vergangenen Saison ging am langen Eck vorbei. Zwei Minuten später segelte wieder ein Ball von rechts in den Gäste-Strafraum. Diesmal klärten die Hartmannshofer am Fünfmeter-Raum (hinterer Pfosten) gerade noch zur Ecke. Nochmal drei Minuten später (55.) schüttelte Rösel einen guten 20-Meter-Schuss aus dem Fußgelenk, doch SVH-Torhüter Bauer hielt den Ball im Nachfassen. In dieser Spielphase hätten die Gastgeber in Führung gehen können. Die Gäste überstanden diese Zeit unbeschadet.
Frust, Unzufriedenheit über den Spielstand oder einfach nur übermotiviert im Derby – dies sind mögliche Gründe für ein Foul des Weigendorfer Verteidigers Roland Maul gegen den Hartmannshofer Mittelfeldspieler, Spielertrainer und Ex-Weigendorfer Martin Maul (nicht verwandt, aber Arbeitskollegen). In der 58. Minute brachte der Weigendorfer den Hartmannshofer mit einem harten Tackling zu Fall. Der Schiedsrichter notierte sich zunächst den Vorfall in Ruhe und zitierte dann den Übeltäter zu sich. Der Referee zeigte im Anschluss die Gelbe Karte mit den Worten „die hat einen ganz dunklen Anstrich“. Diese Mitteilung war eine klare Ansage des Schiedsrichters und ein unmissverständlicher Wink mit dem Zaunpfahl an die Weigendorfer Verantwortlichen, den rotgefährdeten Spieler alsbald auszuwechseln. Vier Minuten später kam für Roland Maul folgerichtig Johannes Rösel ins Spiel.
Hartmannshof war nun Mitte der zweiten Halbzeit wachgerüttelt und wieder bemüht, doch noch den entscheidenden Treffer in diesem von der Spannung lebenden Nachbarderby zu erzielen. Nach einem schönen Angriff über die linke Seite wurde die Situation von Weigendorfer Seite zunächst geklärt, doch der Ball gelangte 20 Meter vor dem Kasten zum frei stehenden Andreas Hlawatschke. Der Mittelstürmer der Gäste war sichtlich überrascht und vergab diese gute Nachschusschance mit einem unkonzentrierten und unkontrollierten Torschuss (63.). Vier Minuten später konnten die Hartmannshofer ihre x-te Chance auf einen möglichen Auswärtssieg wieder nicht nutzen. Am linken Eck des Strafraums gab es Freistoß für den SVH, und Martin Maul versuchte sein Glück. Die Weigendorfer postierten mittig eine Fünf-Mann-Mauer. Der 34-Jährige schaffte es aber nicht, mit dem rechten Fuß den Ball gefährlich auf das Tor zu bringen. Der Schuss strich rechts am Tor vorbei (67.).
In der Restspielzeit von 23 Minuten hatten beide Teams ihr Pulver verschossen. Beide Abwehrreihen ließen bei nachlassendem Tageslicht (in den letzten 15 Minuten Spielminuten wurde es etwas düster, aber die Bedingungen waren noch regulär) keine gefährliche Torchance des Gegners mehr zu. Weigendorf brachte in der 78. Minute den groß gewachsenen Schlacks Harald Schwab für den kleinen Kevin König im Sturm. Die Gäste wechselten noch Ringer für Patermann (77.) und Marcus Bachmüller für Max Tausendpfund ein (87.) ein. Der Schiedsrichter pfiff pünktlich ab, und beide Teams reichten sich nach dem Spiel fair die Hände.
Aufstellung
Saupe Frank - Maul Roland, Kreußel Jörg, Ertel Dennis, Müller Thomas - Engelhardt Mario, Rösel Markus, Bergmann Martin, Ertel Simon - Luber Benny, König Patrick
Nürnberger Daniel, Lukes Thomas, Hirschmann Bernd, Schwab Harald, Reiff Johannes, Lederer Sven, Herrmann Dustin
Tore
Fehlanzeige