“Ich habe nie an unserer Chancenlosigkeit gezweifelt”
 

Vorstand Gerd Bergmann 1990 - 1999

Der ebenfalls aus dem aktiven Kader stammende Gerd Bergmann übernahm 1990 die Vereinsführung. Der neue Bürgermeister Georg Pickel nahm sich der Klagen über die fehlenden Umkleidemöglichkeiten direkt am Sportgelände an. Für kommunale Zweckbauten gab es staatliche Mittel, während die reine Sportförderung über den BLSV immer noch viele Jahre Wartezeit bedeutete.

 

Die Überlegung ging dahin, dass die Gemeinde mit den guten Zuschüssen aus FAG-Mitteln das Gebäude für Aufenthalts- und Umkleideräume errichtet und die SpVgg die Eigenmittel durch Arbeitsleistung der Mitglieder und Helfer ersetzt. Das Sportheim wird dann an den Sportverein längerfristig gegen eine noch zu vereinbarende Zahlung verpachtet. Die finanzielle Belastung würde erst dann einsetzen, wenn das Darlehen aus dem Platzbau (letzte Rate 1991) zurückgezahlt ist.

 

Nach den Vorverhandlungen beschloss die Mitgliederversammlung im Januar 1991, diesem Vorhaben zuzustimmen und den Anteil an der Errichtung eines Sportheims durch Eigenleistung zu erbringen. Da die Pläne mehrmals geändert werden mussten, zog sich die Plan- und Mittelgenehmigung bis 1993 hin. Zur Leistung der Gemeinde gehörte weiter der Kauf der dafür benötigen Fläche aus dem gepachteten Land. Dann stand fest, dass bei veranschlagten Kosten von insgesamt rd. DM 500.000,- der Bau finanziert war.

 

Der „Spatenstich“ mit dem Bagger für den Erdaushub erfolgte im Juni und dann stand eine ganze Mannschaft an Handwerkern und Helfern aus dem Mitgliederstamm „Gewehr bei Fuß“, um den Rohbau fast ohne Einsatz von Fremdfirmen hochzuziehen. Der Zimmerer Paul Maul hatte als „Kapo“ das Sagen, war fast jeden Tag auf dem Bau und trieb seine Leute unermüdlich an. Unter seiner fachgerechten Leitung wuchs der Bau bis zum Richtfest im Oktober.

 

Dann wurde mit Hochdruck der Ausbau des Umkleidetrakts im Untergeschoss angegangen, um die ständige Fahrerei zwischen Sportgelände und Kabinen in Weigendorf zu beenden. Dieser Schritt einschließlich Toiletten im Erdgeschoß gelang bis zum Pfingsturnier 1994. Auch beim weiteren Innenausbau mit Aufenthaltsraum samt Küche, Büro und Sanitätsraum sah man kaum mehr einen fremden Handwerker und die Gemeinde als Bauherr musste nur die Materialrechnungen begleichen.

 

Der als Holzfachmann mit dem Innenausbau vertraute Vorsitzende steckte eine Unmenge Stunden in die Organisation dieser Arbeiten und war auch selbst an vorderster Front auf der Baustelle im Arbeitseinsatz. Die Hand- und Heimwerker im Verein bildeten ein „Kernteam“ mit Lorenz Maul, Heinz Seitz, Herbert Haas und Kassier Gerd Reichert. Diese Gruppe mit weiteren 21 Helfern (838 Stunden Maul Lorenz, alle anderen zwischen 741 und 100 Stunden) erbrachte 7.440 Arbeitsstunden, über 2/3 der insgesamt 10.693 Stunden Eigenleistung von 141 Leuten.  Dies wurde bei der Finanzierung als Eigenmittel der Gemeinde angerechnet und ersparte der Gemeinde als Bauherr den stattlichen Betrag von DM 70.000.

 

So war es möglich, dass die Kommune der SpVgg für die Einrichtung von Aufenthaltsraum und Küche ein  Darlehen von DM 60.000,- gewähren konnte. Nicht zu vergessen sind unentgeltliche Firmenleistungen und namhafte Spenden aus dem Gönnerkreis. Bei der Einweihung im Oktober 1995 lobte deshalb Landrat Dr. Hans Wagner das „Weigendorfer Wunder“, denn eine Verringerung von Baukosten sei ihm noch nie untergekommen. Die Gemeinschaftsleistung von Verein und Kommune, von allen Vertretern von Behörden und Verbänden als beispielhaft gewürdigt, bedeutete einen Meilenstein für die weitere gute Entwicklung.

 

Ergänzt wurde das Sportheim in den Folgejahren mit einer gepflasterten Terrasse zum Spielfeld hin. Das bewährte „Ochsalm-Team“ mit Leo Pilhofer an der Spitze war in die neuen Räume mit umgezogen und sorgte wie all die Jahre zuvor für die Bewirtung der Gäste und Spieler. Zudem wurde der Reinigungsdienst von diesen unentgeltlich arbeitenden Mitgliedern übernommen und trug viel zur Finanzierung der Unterhaltskosten bei. Damit die Zuschauer bei Nässe geschützt waren, errichtete der „Bautrupp“ unter Paul Maul vor dem Sportheim eine seitlich versetzte Holzkonstruktion mit Plastikverkleidung. Diese behelfsmäßige Tribüne erhielt später eine seitliche Holzverkleidung und ein Dach aus Metallplatten; damit können die Spiele auf dem Hauptfeld trockenen Hauptes verfolgt werden.

 

Im sportlichen Bereich ging es vorübergehend wieder aufwärts, denn am Saisonende 1990 stand der Aufstieg der 1. Mannschaft in die B-Klasse (Kreisklasse) fest. Leider hielt dies nur bis 1993 an, wo man dann wieder in der C-Klasse (jetzt A-Klasse) landete. In der Jugend wurden erste Gehversuche mit einer F-Mannschaft gemacht, um die Jüngsten an den Fußballsport heranzuführen.

 

Die Nachwuchsarbeit war in ständigem Wandel und erforderte 1993 eine Umorganisation, weil man wegen Spielermangels im A- und B-Jugendbereich mit Happurg und Alfeld zusammenging, während C- und D-Jugend gemeinsam mit Etzelwang  spielten. Als dann 1994 noch eine D 7- und E-Jugend dazukam, übernahm der schon seit etlichen Jahren als Spielleiter engagierte Roland Prühäuser die Organisation und Koordination des gesamten Jugendbereichs mit sechs Mannschaften. Es hatte sich gezeigt, dass durch die Verzahnung der Jahrgänge und die Einbindung anderer Vereine die jeweiligen Spielleiter überfordert und im laufenden Spielbetrieb die Probleme angewachsen waren.

 

Die Entlastung der Vorstandschaft, die beim Sportheimbau gefordert war, bedeutete ein weiteres Plus für den Gesamtverein. Seit diesen zehn Jahren hat sich durch den unermüdlichen Einsatz von R. Prühäuser der Jugendbereich gefestigt und mit einem Potential zwischen 70 bis 90 Spielern einen deutlichen Aufschwung, auch in der spielerischen Qualität genommen. 1997 kam noch eine Mädchen-B-Jugend und eine Bambini-Gruppe dazu. Zudem wuchs durch die Einbindung der Eltern die Mitgliederzahl des Vereins deutlich an. Der Zulauf gerade bei den Kleinsten führte dazu, dass der Gedanke reifte, ein eigenes Kleinspielfeld anzulegen. Vorher mussten diese Mannschaften meist auf dem B-Platz quer spielen und die Markierung störte dann wieder bei den Senioren. Ausreichendes Gelände dafür war beim Nebenplatz zum Hochbehälter hin vorhanden.